Wie das Feuer ausbrach: Der Moment des Ausbruchs
Am Donnerstagabend, dem 13. August 2026, um ca. 20:15 bis 20:21 Uhr, brach das Feuer an den Berghängen von Lokva Rogoznica aus, unmittelbar oberhalb des bekannten Lokals „Morska vila“ nahe der Adria-Magistrale (D8).
Augenzeugenberichte: Goran Lović, der Besitzer der „Morska vila“, schilderte die ersten Sekunden gegenüber lokalen Medien dramatisch: „Alles stand innerhalb von Sekunden in Flammen. Es passierte ganz plötzlich – offene Flammen schlugen mitten im Waldstück aus, wo sich keine Häuser befinden.“
Szenen auf der Küstenstraße: Erste Autofahrer, die auf der D8 zwischen Omiš und Makarska unterwegs waren, berichteten, dass sie sprichwörtlich durch eine Hölle aus Funkenflug, dichter Asche und Qualm fuhren, bevor die Straße kurz darauf von der Polizei komplett abgeriegelt wurde.


Die rasende Ausbreitung: Wind und Feuersbrunst
Die Bedingungen am Abend begünstigten eine extrem rasche Eskalation:
Katalysator Bura-Wind: Ein starker Fallwind (Bura) erfasste das Feuer sofort und trieb die Flammen durch das ausgetrocknete Unterholz und die dichten Kiefernwälder.
Satellitendaten zeigen das Ausmaß: Satellitensysteme erfassten den Brand erstmals um 20:38 Uhr. Nur drei Stunden später (gegen 23:41 Uhr) registrierten Satelliten bereits einen gewaltigen Brandkomplex mit über 200 einzelnen Brandherden.
Vormarsch auf die Ortschaften: Der ständig drehende Wind trieb die Feuerfront nicht nur die Hänge hinab Richtung Meer, sondern auch seitlich in Richtung der umliegenden Dörfer und Siedlungen – darunter Ivašnjak, Staro Selo, Pod Vajle, Nemira, Stanići und Medići.

Die dramatische Nacht und die Not-Evakuierungen
Im Laufe der Nacht spitzte sich die Lage immer weiter zu, da die Flammen direkt in besiedelte Gebiete eindrangen und sogar den Randbereich von Omiš (Ortsteil Borak) erreichten:
Sperrung und Evakuierung: Die Polizei sperrte die Magistrale zwischen Stanići und Medići vollkommen. Kombis der Polizei und Einsatzfahrzeuge wurden eingesetzt, um Einwohner und Touristen aus den bedrohten Häusern zu evakuieren.
Notunterkünfte & Marine im Einsatz: Die Stadt Omiš öffnete die Sporthalle „Ribnjak“ als zentrale Evakuierungsstelle. Weitere Notunterkünfte wurden in Dugi Rat, Makarska und Split (Halle Gripe) eingerichtet, wohin mehrere Busse gebracht wurden. Die kroatische Marine hielt zudem ein Landungsschiff im Hafen von Omiš bereit, um Menschen im Notfall über das Meer zu retten.

Der Einsatz bei Tagesanbruch und die Folgen
Mit dem Morgengrauen des 14. August konnte die Brandbekämpfung aus der Luft gestartet werden:
Großeinsatz aus ganz Kroatien: Fast 300 Feuerwehrleute mit über 90 Fahrzeugen aus verschiedenen Regionen Kroatiens kämpften gegen die Flammen. Ab 6:00 Uhr morgens griffen vier Canadair-Löschflugzeuge (CL-415) aus der Luft ein.
Gesamtschaden und Verletzte: Der Feuerwehrverband bezeichnete den Brand als einen der schwersten in der Geschichte der Region.
Zwischen 900 und 1.000 Hektar Land fielen den Flammen zum Opfer.
Mehrere Wohnhäuser, Apartments und Fahrzeuge wurden zerstört oder schwer beschädigt.
Über 36 Personen wurden aufgrund von Rauchgasvergiftungen oder Brandverletzungen medizinisch versorgt.

Foto: Cropix / autor: Tom Dubravec